Startseite Marktberichte Kostenentwicklung in der Gastronomie – Ausführliche Analyse
Halbjahresanalyse Stand: November 2025

Kostenentwicklung in der Gastronomie – Ausführliche Analyse

Ausführliche Analyse der Kostentreiber in der deutschen Gastronomie: Lohnkosten +34 % seit 2022, Energiepreise +28 % binnen 3,5 Jahren, Insolvenzen 2024 auf neuem Rekordhoch. Die Branche steuert 2025 auf das sechste Verlustjahr in Folge zu.

Dramatischer Einbruch der Profitabilität seit 2020

Die Gewinnmarge in der deutschen Gastronomie liegt üblicherweise bei 5–15 % des Umsatzes. Seit 2020 ist es durch die Corona-Lockdowns und die anschließende Kostenexplosion zunehmend schwerer geworden, überhaupt profitabel zu arbeiten. Die Branche steuert 2025 auf das sechste Verlustjahr in Folge zu: Umsätze liegen inflationsbereinigt weiterhin deutlich unter Vorkrisenniveau, während die Kosten davonlaufen.

Überproportional gestiegene Lohnkosten

Der akute Personalmangel nach den Lockdowns und die Mindestlohnerhöhung auf 12 € (Oktober 2022) haben die Personalkosten stark erhöht. Von 2019 bis 2023 stieg das durchschnittliche Bruttogehalt im Gastgewerbe um ca. 13,6 % – gegenüber nur 6,4 % im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt. Seit Anfang 2022 haben sich die Personalkosten sogar um rund 34 % erhöht. In vielen klassischen Restaurants machen Löhne mittlerweile über 40 % des Umsatzes aus.

Explodierende Energiepreise

Strom und Gas sind seit der Energiekrise 2022 deutlich teurer. Die Energiekosten der Betriebe stiegen binnen dreieinhalb Jahren um fast 28 %. Die Preisbremsen für Strom und Gas endeten am 31.12.2023, was viele Betriebe 2024 besonders hart getroffen hat.

Insolvenzen auf Rekordhoch

Die Insolvenzwelle hat 2024 ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Gastgewerbe-Insolvenzen liegen auf dem höchsten Stand seit Jahren. Besonders betroffen: Restaurants in städtischen Lagen mit hohem Personalschlüssel und Mietkosten über 10 % des Umsatzes.

Einordnung für Investoren und Nachfolger

Diese Kostendynamik ist für Kaufpreisverhandlungen und Pachtzinskalkulationen zentral. Objekte mit strukturellen Kostenvorteilen – günstige Energie-Versorgung, moderate Miete/Pacht, gute Erreichbarkeit für Personal – sind dauerhaft im Vorteil.

Alle Marktberichte