Halbjahresbilanz Gastronomie-Gewerbe Deutschland H1-2025
Faktenbericht zur Lage der deutschen Gastronomie im ersten Halbjahr 2025: Umsätze trotz MwSt.-Senkung real im Minus, Schankwirtschaften −24 % seit 2019, Fachkräftemangel und Energiekosten belasten weiter. Die realen Umsätze liegen weiterhin deutlich unter Vorkrisenniveau.
Umsatzentwicklung H1-2025: Reales Minus trotz MwSt.-Senkung
Nach einem Plus im Januar (+2,7 % real) fielen die realen Umsätze im Februar (−1,7 %), März (−1,3 %) und Mai (−4,0 % gegenüber Mai 2024) deutlich. April lag real −1,0 % gegenüber April 2024. Die Mehrwertsteuer auf Speisen wurde ab Januar 2025 dauerhaft auf 7 % gesenkt – ein erwarteter Rückenwind, der sich in den Zahlen nicht widerspiegelt.
Zum Vergleich: 2024 schloss das Gastgewerbe real −2,6 % zum Vorjahr. Die realen Umsätze lagen Ende 2024 noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau 2019.
Personalmarkt: Struktureller Fachkräftemangel
Die Bundesagentur für Arbeit meldete 2024 rund 33.000 offene Stellen im Hotel- und Gastgewerbe. Der statistisch messbare Rückgang des Fachkräftemangels 2024/25 ist kein Zeichen der Entspannung – die Branche hat schlicht die Nachfrage reduziert, nicht das Angebot erhöht.
Strukturwandel: Schankwirtschaften im Rückzug
Die Anzahl der Schankwirtschaften ist seit 2019 um −24 % zurückgegangen – ein Strukturwandel, der sich beschleunigt. Besonders betroffen: kleinstädtische Lagen und Ortskerne ohne gastronomisches Einzugsgebiet.
Einordnung für Eigentümer und Investoren
Die Kombination aus realem Umsatzminus, steigenden Kosten und Strukturwandel erhöht den Druck auf viele Betreiber. Für Eigentümer von Gastronomieobjekten bedeutet dies: stärkerer Angebotsdruck, aber auch selektive Nachfrage nach qualitativ hochwertigen, gut positionierten Standorten.