• Christiane Wolf

Gastronomie-Immobilien in der Krise verkaufen

Aktualisiert: Juni 30

INFOS UND TIPPS FÜR GASTRONOMEN


Die Gastronomie ist schwer getroffen von den Auswirkungen der CoVid-19-Pandemie. In ganz Deutschland schließen Gastronomie-Immobilien, Wirte melden Insolvenz an oder stehen kurz vor der Geschäftsaufgabe. Viele Gastronomen sehen sich gezwungen, ihr Gastronomie-Objekt zu verkaufen. Wer einige Punkte beachtet, kann trotz Konjunktureinbruch hohe Verkaufserlöse für seine Gastronomie-Immobilie erzielen. Worauf es in unsicheren Zeiten beim Verkauf einer Gastronomie-Immobilie ankommt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Keine Gäste: Die Corona-Beschränkungen verursachten massive Umsatzeinbrüche.

Überall in Deutschland - in München, Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln und vielen anderen Städten, aber auch in ländlichen Regionen – stehen aktuell Wirtshäuser, Gaststätten, Restaurants, Cafés, Diskotheken, Clubs und Hotels zum Verkauf. Die Betreiber bzw. Besitzer der Gastronomie-Immobilie verkaufen oft aus einer Zwangslage heraus. Diejenigen, die ihren Betrieb aus anderen, nicht Corona-induzierten Gründen veräußern wollen, sind rar.


Beständige Werte verlieren ihren Wert nicht

Jede Krise hat ein Ende. Beim Verkauf sollte daher nicht der aktuelle Verkaufsgrund im Vordergrund stehen, sondern der intrinsische Wert der Gastronomie-Immobilie.


Tipp: Machen Sie sich das bewusst und betonen Sie vorrangig die Vorzüge der Immobilie, nicht Ihre persönliche Ausgangssituation oder den gegebenenfalls unerfreulichen Anlass des Verkaufs. Gehen Sie auf die nachweislichen Stärken vor der Krise und das Potenzial mit Hinblick auf die kommenden Jahre und Jahrzehnte ein. Arbeiten Sie am besten mit einem erfahrenen Makler zusammen. Er weiß, wie man auch in schwierigen Zeiten einen bonitätsstarken Käufer findet, der den wahren Wert einer Immobilie erkennt und den angemessenen Preis dafür entrichtet.



Institutionelle Investoren aus dem In- und Ausland müssen investieren.

Anlagedruck treibt Investoren in Betongold

Investoren müssen ihr Geld auch in Krisenzeiten anlegen. Oft bleibt ihnen keine andere Wahl, als in Betongold zu investieren. Einerseits, weil Immobilien zu den sichersten Anlageklassen gehören, andererseits, weil sie solide Renditen bieten.


Die Ausgangslage: Niedrige Zinsen bzw. Negativzinsen, volatile Aktienmärkte und magere Renditen an den Anleihemärken machen Pensionsfonds und anderen institutionellen Investoren das Leben schwer. Sie stehen unter Anlagedruck und sind zugleich verpflichtet, die hohen Anforderungen einzuhalten, die ihnen vorschreiben, wie sie mit dem ihnen anvertrauten Geld umgehen müssen. Aber auch private Investoren leiden unter diesen Umständen, die noch einige Zeit anhalten werden.


Die Lösung: Investoren entscheiden sich daher häufig für den Kauf von Gastronomie-Immobilien, da sie – wie Immobilien allgemein – entscheidende Vorteile gegenüber anderen Assetklassen vorhalten: Eine Gastronomie-Immobilie bietet Sicherheit, Werterhalt, solide Rendite und bei entsprechender Lage und Bewirtschaftung großes Wertsteigerungspotenzial. Für den Verkäufer einer Gastronomie-Immobilie sind diese Vorzüge und Potenziale Gold wert!

Gute Lagen bleiben gute Lagen

Den Herausforderungen zum Trotz können sich Verkäufer auf die althergebrachten Qualitätskriterien, die beim Gastronomie-Immobilien-Verkauf relevant sind, berufen. Eine gute Lage wird immer eine gute Lage bleiben! Daran ändert auch ein von außen hergebrachter, kurzfristiger Schock nichts.

Befindet sich Ihr Restaurant, Hotel, Wirtshaus oder Café in einer besonders präferierten Gegend? Steht es auf einer malerischen Anhöhe? Ist es im Stadtzentrum gelegen? Bietet es andere Vorzüge bezogen auf die Lage?

Handelt es sich bei Ihrer Gastronomie-Immobilie um ein etabliertes Restaurant, Hotels oder einen anderen Gastronomie-Betrieb, der sich lange vor dem Eintreffen der Krise einen Namen machen konnte?

Beliebte Gastronomie-Betriebe haben – neben der bloßen Lage – durch ihre gute Historie einen zusätzlichen Standortvorteil. Das wissen auch Investoren und potenzielle Käufer dieser Gastronomie-Immobilie. Denn ein einmal etabliertes Restaurant, Café oder Hotel hat die besten Chancen, auch nach einer kurzen Durststrecke wieder dieselbe Akzeptanz und Attraktivität für Gäste aufzubauen, als davor. – Mindestens!


Somit bleibt auch in der Krise die Lage das Kriterium Nummer 1 beim Verkauf einer Gastronomie-Immobilie.

Andere Faktoren wie Ausrichtung und Einrichtung, Anbaumöglichkeiten und Einzugsgebiet sind ebenso ausschlaggebend beim Verkauf. Gerade in der Krise hat sich aber gezeigt, dass sich ein anpassungsfähiges Konzept hinsichtlich der Nutzung auch auszahlt.


Alternativ-Konzepte für Bewirtschaftung

Corona hat gezeigt, wie verwundbar die Gastronomie ist. Die Akteure haben ihre Lektion aus der Krise gelernt. Zahlreiche Gastronomen haben Ihr Geschäftsmodell schon während der Krise anpassungsfähiger gemacht, in dem sie neue Wege zum Gast gefunden haben. Die meisten Restaurants haben auf Selbstabholung umgestellt oder einen Lieferservice angeboten, manche davon sehr umweltfreundlich mit dem Rad wie das Spielweg im Münstertal. Viele haben eine Durchreiche zur Selbstabholung oder für die Ausgabe kleiner Speisen zum sofort Essen errichtet und so hungrige Laufkundschaft verköstigt.

Besonders innovative Gastronomen wie Heinz Winkler veröffentlichten ihre Rezepte in Social Media Kanälen. Andere stellten Kochboxen zusammen, mit denen Gäste die Speisen, die sie sonst im Restaurant bestellen, original getreu zu Hause nachkochen konnten.

Diese Maßnahmen brachten vielleicht nicht direkt in der Krise den nötigen Umsatz, sorgten aber dafür, dass das Restaurant im Gedächtnis blieb und die Gäste nach den Lockerungsmaßnahmen schnell wieder kamen.

Tipp: Weisen Sie darauf hin, dass die Gastronomie-Immobilie auch Potenziale und Maßnahmen zur Risikoabsicherung in schwierigen Phasen bietet. Berichten Sie gegebenenfalls von alternativen / Bewirtschaftungskonzepten, einem zweiten Standbein oder anderen Erfahrungswerten bzw. Erfolgsfaktoren, die sich in Krisenzeiten bewährt haben oder vorteilhaft wären. Ein versierter Makler macht Investoren auf diese wertvollen Zusatzinformationen aufmerksam.


Doppelt attraktiv: Option ‚Nutzungsänderung’

Besteht die Möglichkeit, eine Nutzungsänderung für Ihre Gastronomie-Immobilie vorzunehmen? Sie wissen es nicht? – Holen Sie diese baurechtliche Information ein, denn sie kann den Wert Ihrer Immobilie enorm steigern!

So können Sie schon bei der Vermarktung zweigleisig fahren und das Objekt einerseits als Gastronomie-Immobilie anbieten, aber z.B. auch als Immobilie, die zur Seniorenresidenz oder für Generationen übergreifendes Wohnen geeignet ist

Die Option auf die Nutzungsänderung macht Ihre Immobilie doppelt so attraktiv für Investoren. Die Möglichkeit, sie alternativ nutzen zu können, macht ihnen die Kaufentscheidung wesentlich leichter. Außerdem erkennen Interessenten den Mehrwert in der Parallel- oder Alternativ-Nutzung. Das steigert den intrinsischen Wert der Immobilie, weil das Angebot einen Notfall- bzw. Ausweichplan mitliefert. – Nicht nur für Krisenzeiten.


Stark in der Vermarktung, schnell im Verkauf

Verkäufern läuft oft die Zeit davon. Sie sind in einer misslichen Lage, da die Kosten für Ihre Gastronomie-Immobilie weiterlaufen, Sie aber keine oder nicht genügend Einnahmen haben? Dann muss es schnell gehen.

Das A & O ist die Vermarktung. Nicht nur die Art, wie das Objekt dargestellt wird – mit allen Fakten, Fotos und Informationen – ist entscheidend, sondern auch die Kanäle, über die es vermarktet wird. Schlagen Sie bei der Bekanntmachung und Verbreitung Ihres Verkaufsangebot beide Wege ein: den traditionellen über Printanzeige – und den digitalen über das Internet. Schalten Sie Werbung in Portalen, auf Social Media und in einschlägigen Gastronomie-Immobilien-Netzwerken.

Tipp: Ziehen Sie einen erfahrenen Makler hinzu, der sich auch in der digitalen Welt gut auskennt. Er weiß, welche Maßnahmen effizient, kostensparend und schnell zielführend sind und kann sie für Sie umsetzen.


Kaufkräftige Interessenten finden

Die richtigen Käufer für eine Gastronomie-Immobilie zu finden, die bereit sind, auch in der Krise den wahren Wert eines Objekts zu bezahlen ist etwas komplizierter als unter normalen Umständen. Wer schon bei der Suche nach passenden Interessenten die richtigen Filter ansetzt und weiß, wo er suchen muss, erspart sich viel Zeit bei der späteren Selektion und im Verhandlungsprozess.

Tipp: Lassen Sie sich von einem Makler unterstützen, der bereits die Bewerbung und Vermarktung Ihrer Immobilie steuert und in den richtigen Kreisen verbreitet. Beauftragen Sie diesen auch für die Vorauswahl und die Bonitätsprüfung, um keine Zeit zu verschwenden.


Kümmern Sie sich um Ihr Tagesgeschäft

Viele Makler bieten an, den gesamten Prozess von der Vermarktung bis zum Notartermin zu übernehmen. Das gibt Gastronomen die Möglichkeit, sich bis zum tatsächlichen Verkauf der Gastronomie-Immobilie um ihr Tagesgeschäft zu kümmern.