Branchenbericht Q1 2026: Gastronomie & Hotellerie in Deutschland – Zahlen, Trends und Ausblick
- H.Genzlinger

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Aktualisiert: vor 4 Stunden
Das erste Quartal 2026 ist von einer wachsenden Kluft zwischen Übernachtungsnachfrage und realen Umsätzen geprägt. Während der Tourismus moderat wächst, frisst die Inflation die tatsächlichen Erlöse der Betriebe auf — das sechste Verlustjahr in Folge für das Gastgewerbe.
1. Gesamtwirtschaftliche Kennzahlen (Januar 2026)
Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) wurden im Januar 2026 insgesamt 25,5 Millionen Übernachtungen in Deutschland registriert — ein Plus von 1,2 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Inlandsgäste stiegen um 1,3 % auf 21,2 Mio., Auslandsgäste um 1,0 % auf 4,3 Mio.
Trotz steigender Preise sank der reale Gastgewerbeumsatz im Januar 2026 um 5,0 % gegenüber dem Vorjahresmonat, während der nominale Umsatz um 2,0 % stieg. Gegenüber dem Vorkrisenjahr 2020 beträgt der reale Umsatzverlust –19,2 %.
2. Gastronomie vs. Hotellerie: Zwei Geschwindigkeiten
Die Gastronomie verzeichnete im Januar 2026 einen realen Umsatzrückgang von 5,9 % (nominal +2,4 %). Arbeitskosten +34 %, Lebensmittel +27 %, Energie +28 % seit 2022. Hotels: real –2,8 % (nominal +1,4 %), MICE-Sektor stützt.
3. DEHOGA-Stimmung & Belastungsfaktoren
19,3 % gut, 43 % befriedigend, 26 % schlecht. Top-Belastung: Personalkosten 75,2 %, Bürokratie 67 %, Energie 65,7 %. 72,1 % konnten seit 2022 nicht investieren.
4. Insolvenzwelle: 2.905 Gastro-Pleiten in 2025
Über 11.200 Gastro-Insolvenzen seit 2020 plus 69.000 stille Betriebsaufgaben. 108 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen — zweithöchste Branche (Destatis). Experten erwarten auch 2026 einen Anstieg.
5. Serviced Apartments: 18 % Investmentvolumen, 90 % Auslastung
Transaktionsvolumen Q1 2026: 163 Mio. € (Savills). Hotels 80 %, Serviced Apartments 18 %. Limehome: 90 % Auslastung, 25 % Betriebskosten. Markt wächst von 2,8 auf 5,1 Mrd. USD bis 2033.
Fazit: Ein Markt der zwei Geschwindigkeiten
Während die Hotellerie Mengenwachstum generiert, kämpft die Gastronomie mit dem sechsten realen Verlustjahr. Die MwSt.-Senkung auf 7 % bringt Entlastung, wird von Kostensteigerungen aber kompensiert. Für Investoren bieten Serviced Apartments die besten Perspektiven.
Quellen: Destatis, DEHOGA Bundesverband, Creditreform, Savills Deutschland, mrp hotels, CBRE Germany.




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