• Christiane Wolf

Der Gastro-Immobilien Markt nach Covid-19

Aktualisiert: Sept 9

AUSWIRKUNGEN UND KONSEQUENZEN FÜR INVESTOREN


Hotel-Immobilien sind über die vergangenen Jahren zur Trend-Anlageklasse geworden. Vor Corona standen Sie bei Investoren ähnlich hoch im Kurs wie Wohnimmobilien. Die Nachfrage nach letzterem war in der Corona-Zeit ungebrochen – und ist es bis jetzt. Doch wie sieht es mit Gastronomie-Immobilien aus? Sind ihre Betreiber und Eigentümer vom Shutdown genauso gebeutelt wie der Einzelhandel?



Vor kurzem noch eine Top-Anlageklasse: Hotel-Immobilien

Gastronomie-Immobilien und speziell Hotels haben sich zur beliebten Assetklasse entwickelt und als feste Größe im Portfolio großer Investoren etabliert. So wurden - laut CBRE - noch im Jahr 2019 Hotels für weniger als eine Milliarde Euro in Deutschland gehandelt. Bereits neun Jahre später lag das Volumen schon bei rund fünf Milliarden Euro. Kann die Corona-Krise diese rasante Preisentwicklungen stoppen? Seriöse Zukunftsprognosen nach nur so kurzer Zeit anzustellen, ist nicht möglich. Kurzfristig zeichnet sich allerdings ein klares Bild ab.


Steigen die Preise noch?


Gastronomen und Hoteliers hat Corona ebenso schwer getroffen wie die Einzelhändler. Aufgrund der fehlenden Einnahmen müssen Gastronomie-Immobilien-Eigentümer gestundete Mieten und ggf. weitere finanzielle Ausfälle hinnehmen. Die Mieter bzw. Pächter der Restaurants, Hotels, Pensionen und Cafés waren bzw. sind schlicht nicht in der Lage, die benötigten Einnahmen zu generieren.


Im Shutdown blieben die Hotels leer. Die Kosten liefen weiter.


10 Milliarden Umsatzausfälle

Schätzungen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) zufolge, mussten die insgesamt 223. 000 Betrieben in Deutschland allein bis Ende April rund zehn Milliarden Euro Umsatzausfälle verkraften. Rund 70 000 Betrieben droht mittlerweile sogar die Insolvenz.

Für Gastronomie-Immobilien-Investoren ist die Lage folglich brisant. Bis vor kurzem boomte der Hotellerie-Bereich noch. So stieg, laut CBRE, das Transaktionsvolumen von Januar bis März gegenüber dem Vorjahresquartal um 31 Prozent auf satte 925 Millionen Euro. Am hohen Transaktionsvolumen lässt sich die überschwängliche Marktstimmung vor der Pandemie ablesen.


Schlechte Stimmung


Umso düsterer sind die Aussichten jetzt für die Hotel-Investoren. Viele Finanz-Experten und Makler für Gastronomie-Immobilien rechnen mit vorgehaltener Hand kurz- und mittelfristig mit starken Auswirkungen auf den Immobilienmarkt. Darauf deuten auch einige Branchenstudien hin. Beispielsweise sank der Immobilien-Klimaindex bulwiengesa im April für den Bereich Hotellerie um 57 Prozent ab (im Vergleich zum Jahresanfang). Das Unternehmen Colliers International hat eine Investoren-Umfrage gemacht und deutliches Feedback erhalten: Es wird angenommen, dass die Mieten und Kaufpreise für Hotels sinken werden. Das gaben mehr als 90 Prozent der befragten Investoren an.

Die Aussichten am Immobilienmarkt sind aktuell global unischer.

Preise für Hotels


Eine Umfrage von Intreal zeichnet ein ähnliches Bild: Dabei wurden 35 Fondsmanagern befragt. Die Auswertungen zeigen zwar, dass die Fondsbranche generell für Immobilien einen temporären Effekt annimmt. Doch innerhalb der Nutzungsarten fallen die Prognosen sehr unterschiedlich aus. Während sie vor allem bei Wohnimmobilien weniger negative Auswirkungen einkalkulieren, gehen mehr als 50 Prozent der Manager davon aus, dass die Preise bei Hotels am stärksten abstürzen werden. Bleibt zu hoffen, dass Covid-19 die emporgehobene Assetklasse Hotel nicht stürzen kann.

Häufig sind die Besitzer von Gastronomie-Immobilien institutionelle Investoren und Fonds. Sie müssen sich nun mit Mietstundungen, die hoffentlich zurück bezahlt werden können, beschäftigen. Die Branche befürchtet aber auch Mietausfälle, die durch Insolvenzen entstehen.


Noch keine Wertkorrektur

Positiv aufgefasst werden kann, dass Immobiliensachverständigen bisher noch keine Rückgänge bei den Werten vorgenommen haben. – Vielleicht, weil die langfristigen Effekte noch nicht absehbar sind.

Die aktuelle Situation bietet aber auch viele Chancen. Viele Eigentümer von Gastronomie-Immobilien entscheiden sich jetzt, ihr Objekt jetzt zu verkaufen. Oft kommen diese Hotels, Restaurants, Pensionen und Gaststätten gar nicht offiziell auf den Markt, sondern werden nur von Maklern für Gastronomie-Immobilien zum Kauf bzw. Verkauf angeboten. Daher lohnt es sich, bei Interesse an einer hochwertigen Gastronomie-Immobilie einen gut vernetzten Gastronomie-Immobilien-Makler zu konsultieren.